Bildungsveranstaltung 2019

Globale soziale Ungleichheit und die Rolle der Schweiz

Samstag, den 22. Juni 2019
(ab 10.00 h Kaffee) 11.00 – 17.00 h

Bitte Anmelden bis 14. Juni 2019!

-> Anmeldeformular

Anreise:
ÖV mit Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg.
Für Anreise mit Auto: Parkplatz Buchenegg.
Die Fusswege (je ca. 25 Min.) sind ausgeschildert.
Zufahrt zum Mösli nur mit Ausnahmebewilligung.

bei Fragen: Barbara Hobi 044 201 08 77


Einer Demokratie wie der Schweiz steht es gut an, sich für Gleichheit und Gerechtigkeit für die Bürgerinnen und Bürger einzusetzen. Dass diese Umsetzung nicht flächendeckend stattfindet, zeigt sich innerhalb der nationalstaatlichen Grenzen, im Umgang mit Minderheiten und insbesondere bei der Unterscheidung zwischen BürgerInnen und BewohnerInnen der Schweiz. Gerade diese Momente von Ungerechtigkeit und Benachteiligung waren wiederholt Thema an unseren Bildungstagen. Auch wenn die offizielle Schweiz gegen innen und aussen gerne die sprachliche Vielfalt und ihre Integrationserfolge im Land hervorhebt und ebenso ihre diplomatischen Dienste bei internationalen Konflikten anbietet, spielt sie doch eine überaus aktive Rolle in der Bewirtschaftung der sozialen Ungleichheit. So hat sie als Finanzhochburg beispielsweise jahrelang Potentatengelder angezogen. Einflussreiche Kreise möchten nach wie vor Waffen in Kriegsgebiete verkaufen und immer wieder werden neue Taktiken aufgedeckt, die von der Politik begünstigt werden. Gemäss der Bertelsmann-Studie aus dem Jahr 2018 hat die Schweiz am meisten von der Globalisierung profitiert.

Wir möchten die Rolle der Schweiz bei der Aufrechterhaltung der globalen sozialen Ungleichheit unter folgenden drei Gesichtspunkten beleuchten:

Dominik Gross von Alliance Sud wird in seinem Referat diskutieren, wie die Schweizer Steuerpolitik trotz Weissgeld-Strategie noch immer zur Verschleierung illegitimer Finanzflüsse beiträgt. Er hat in seinen Analysen aufgezeigt, dass die Schweiz international eine massgebende Rolle spielt, indem anderen Ländern aufgrund der schweizerischen Steuerpolitik hohe Steuereinnahmen verloren gehen.

Thomas Braunschweig von public eye fokussiert in seinem Referat auf den Agrarrohstoffhandelsplatz Schweiz und illustriert dies als ein Beispiel, wie die Schweizer Handelspolitik darauf abzielt, von wirtschaftlich schwächeren Ländern und benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu profitieren.

Die Wirtschaftsgeographin Johanna Herrigel von der Universität Zürich bietet am Nachmittag einen Input und einen Workshop zum Thema „Arbeitsformen und Produktionsbedingungen am Beispiel landwirtschaftlicher Güter“ an. Dabei wird sie auch von Erkenntnissen aus ihrer abgeschlossenen Dissertation mit dem Titel „Globalizing agro-markets, making fragile articulations. Reworking the global market frontier for the poor in Tanzania’s horticulture sector“ berichten. Im Vordergrund stehen dabei Formen solidarischer Landwirtschaft vor Ort, womit sich auch neue Ansätze von Entwicklungsarbeit und die Rolle der Schweiz beleuchten lassen. Die Rolle der Schweiz bei der Aufrechterhaltung globaler sozialer Ungleichheit lässt sich aus Sicht steuerpolitischer Regelungen, handelspolitischer Interessen und letztlich hinsichtlich Formen internationaler Zusammenarbeit beleuchten. Wie die damit verbundenen Probleme mit dem demokratischen Selbstverständnis der Schweiz vereinbar sind, wäre eine gemeinsam am Bildungstag zu diskutierende Frage.

Organisation:
Freundeskreis Mösli, Stiftung Kinderfreundeheim Mösli, ProRoteFalken

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